Logopäden und Logopädinnen untersuchen und behandeln Patienten aller Altersgruppen mit Sprach-, Sprech- Stimm- und Schluckstörungen. Diese können organisch oder funktionell verursacht sein.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Mund- und Esstherapie bei Säuglingen und Kleinkindern
  2. Sprachentwicklungsstörungen / Sprachentwicklungsverzögerungen
    1. sprachliche Ebene
      1. Dyslalie (Störung der Lautbildung)
      2. Dysgrammatismus (Fehler in der Grammatik)
      3. Wortschatzdefizite (zu geringer Wortschatz)
      4. Sprachverständnisschwierigkeiten
      5. fehlender Sprachantrieb
      6. verbale Entwicklungsdyspraxie
      7. pragmatische Störungen (wenig Kontakt zur Umwelt)
    2. nichtsprachliche Ebene
      1. Motorikdefizite
      2. Wahrnehmungs- und Verarbeitungsschwierigkeiten
  3. Myofunktionelle Störung (Störung der Mund- und Gesichtsmuskulatur)
  4. Stottern / Poltern (Störungen des Redeflusses)
  5. Dysphonie / Rhinophonie (Stimmstörung / Näseln)
    1. organische Dysphonie
    2. funktionelle Dysphonie
    3. Rhinophonie
  6. Hörstörungen
  7. Dysarthrie (Störung bei der Sprechverarbeitung im Gehirn durch neurologische Erkrankungen, Schädel-Hirn-Verletzungen, Schlaganfall oder Tumorerkrankungen)
  8. Aphasie (Störung / Verlust der Sprache durch neurologische Erkrankungen, Schlaganfall, entzündliche Erkrankungen oder Tumorerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen)
  9. Sprechapraxie (Störung der Sprechplanung)
  10. Dysphagie (Störungen des Schluckvorganges)
  11. Laryngektomie (Kehlkopfentfernung)

  1. Mund- und Esstherapie bei Säuglingen und Kleinkindern (oben)
Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme
  • dem Säugling fehlt bei der Nahrungsaufnahme die Kraft zum Saugen
  • dem Kleinkind fehlt bei der Nahrungsaufnahme die Kraft zum Kauen
  • es wird zu viel Kraft bei der Nahrungsaufnahme angewendet
  • das Kind verweigert jede Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
  • eine Nahrungsaufnahme ist erschwert (z. B. durch Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalte)




  1. Sprachentwicklungsstörungen (SES) / Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV) (oben)
    1. auf sprachlicher Ebene
      1. Dyslalie (Störung der Lautbildung)
        • fehlerhafte Aussprache: ein Laut wird falsch gebildet (z.B. Lispeln)
        • Lautauslassung: ein Laut wird weggelassen (z.B. „okolade“ anstelle von „Schokolade“)
        • Lautersetzung: ein Laut wird durch einen anderen Laut ersetzt (z.B. „Sokolade“ anstelle von „Schokolade“)
        • Reduzierung von Lautverbindungen: in einer Lautverbindung wird ein Laut weggelassen (z.B. „Pinne“ anstelle von „Spinne“)
      2. Dysgrammatismus (Fehler in der Grammatik)
        • die Satzstellung wird verdreht (z.B. „Der Bäcker Brot backen will.“)
        • einzelne Wörter oder ganze Satzteile werden ausgelassen (z.B. „Lisa Kindergarten.“)
        • die Wortanpassung im Satz ist fehlerhaft (z.B. „Er gehen ins Schwimmbad.“, „Sie streichelt der Hase.“)
        • die Zeitformen werden fehlerhaft gebildet oder angewendet (z.B. „Er hat ein Bonbon geesst.“)
        • die Artikelauswahl ist fehlerhaft (z.B. „das Sonne“)
        • die Mehrzahlbildung ist fehlerhaft (z.B. „Baume“)
      3. Wortschatzdefizite (zu geringer Wortschatz)
        • es stehen zu wenig Wörter zur Verfügung, um sich ausdrücken zu können und somit in Kontakt treten zu können
      4. Sprachverständnisschwierigkeiten
        • das Sprachverständnis ist eingeschränkt
        • Aufforderungen werden nicht verstanden
        • der Inhalt einer Unterhaltung wird nicht verstanden
      5. fehlender Sprachantrieb
        • eine Kommunikation findet fast ausschließlich über Gesten statt
        • Sprache wurde als Ausdrucksmittel noch nicht erkannt
      6. verbale Entwicklungsdyspraxie
        • der Spracherwerb ist verzögert
        • die Sprache ist kaum verständlich
        • es bestehen variable Lautbildungsfehler
        • es zeigen sich Suchbewegungen der Lippen und Zunge vor und während dem Sprechen
      7. pragmatische Störungen (wenig Kontakt zur Umwelt)
        • Schwierigkeiten beim Einhalten von Kommunikationsregeln (z.B. schaut Gesprächspartner nie an)
        • Schwierigkeiten innerhalb einer Kommunikation (z.B. Kind weiß nicht, dass es auf Fragen antworten kann)
    2. auf nichtsprachlicher Ebene
      1. Motorikdefizite
        • Störungen der Grob- und Feinmotorik
        • Störungen der Mundmotorik
      2. Wahrnehmungs- und Verarbeitungsschwierigkeiten
        • äußere Reize werden nicht wahrgenommen
        • äußere Reize werden nicht oder fehlerhaft verarbeitet




  1. Myofunktionelle Störung (Störung der Mund- und Gesichtsmuskulatur) (oben)
    • es bestehen unausgeglichene Muskelverhältnisse im Mund- und Gesichtsbereich
    • die Zungenstellung ist in Ruhe fehlerhaft
    • die Zungenbewegung ist beim Schlucken fehlerhaft
    • es liegen Aussprachestörungen vor
    • es ist eine offene Mundhaltung (Mundatmung) zu beobachten
    • Zahnfehlstellungen




  1. Stottern / Poltern (Störungen des Redeflusses) (oben)
    • Wiederholung von Lauten, Silben, Wörtern oder Satzteilen
    • Dehnungen oder Blockierungen von Lauten
    • es werden ausgleichende Mitbewegungen des Körpers oder der mimischen Muskulatur beim Sprechen eingesetzt
    • das Sprechtempo ist gesteigert




  1. Dysphonie /Rhinophonie (Stimmstörung / Näseln) (oben)
    1. organische Dysphonie
      • Stimmstörung durch Erkrankungen, Verletzungen oder Lähmungen
    2. funktionelle Dysphonie
      • Stimmstörung, die sich aus einer beständigen Fehlbelastung entwickelt (z.B. Überbelastung)
    3. Rhinophonie (offenes / geschlossenes Näseln)
      • nasale Aussprache z.B. aufgrund einer Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalte oder aufgrund einer Schonhaltung nach operativen Eingriffen im Bereich der Nase und des Gaumens
      • Nahrung gelangt beim Schlucken in den Nasenraum
      • eingeschränkte Verständlichkeit der Aussprache bis hin zur Entwicklung einer Sprachentwicklungsverzögerung
      • offene Mundhaltung




  1. Hörstörungen (oben)
    • verwaschene, undeutliche, veränderte Aussprache
    • auffällig laute Aussprache
    • verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung
    • Hörenlernen mit Cochlearimplantat
    • Hörenlernen mit Hörgeräten




  1. Dysarthrie (Störung bei der Sprechverarbeitung im Gehirn durch neurologische Erkrankungen, Schädel-Hirn-Verletzungen, Schlaganfall oder Tumorerkrankungen) (oben)
    • die Aussprache ist undeutlich
    • die Beweglichkeit von Zunge, Lippen, Gaumensegel ist eingeschränkt
    • es sind Sprechanstrengungen zu beobachten
    • Stimmklang und Sprechlautstärke sind verändert
    • die Sprechatmung ist auffällig




  1. Aphasie (Störung / Verlust der Sprache durch neurologische Erkrankungen, Schlaganfall, entzündliche Erkrankungen oder Tumorerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen) (oben)
    • Sprachverständisschwierigkeiten
    • Wortfindungsschwierigkeiten
    • Einschränkung bis zum Verlust der Lese- und Schreibfähigkeit




  1. Sprechapraxie (Störung bei der Sprechplanung) (oben)
    • tritt häufig in Verbindung mit Aphasie auf
    • einzelne Sprechbewegungen können nicht ausreichend kontrolliert werden




  1. Dysphagie (Störungen des Schluckvorganges) (oben)
    • das Kauen von Nahrung bereitet Schwierigkeiten
    • Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel
    • es kommt zum Verschlucken/Husten vor, während oder nach dem Schlucken




  1. Laryngektomie (Kehlkopfentfernung) (oben)
    • Stimmverlust durch operative Entfernung der stimmgebenden Strukturen (Kehlkopf)